Stefanie Pretnar («Towards A State Of Relax | 2023»)

Stefanie Pretnar (1975) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Sie hat zunächst Architektur in Darmstadt und Warschau studiert. Anschliessend folgte ein Studium in Bildender Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig mit anschliessendem, zweijährigem Meisterschülerstudium bei der Fotografin Prof. Heidi Specker.

Pretnar hat bereits mehrere Förder- und Atelierstipendien erhalten, unter anderem der Hessischen Kulturstiftung im Jahr 2020 oder 2014 eine Artist-in-Residence in Antwerpen. Seit 2009 sind ihre Arbeiten regelmässig an verschiedenen Orten, vor allem in Deutschland, zu sehen. In diesem Zeitraum sind ihre Fotografien in diversen Publikationen erschienen, beispielsweise im «Provence Magazin» oder in «Texte zur Kunst».

Die Fotografien von Pretnar entstehen meist in einer urbanen oder zumindest von Menschen gestalteten Umgebung. Es sind Beobachtungen, die das Innere mit dem Außenraum, dem gebauten Raum, in Beziehung setzen. Die Bilder sind sorgsam komponiert und es wohnt ihnen eine ganz eigene Poesie inne. Sie führen unseren Blick und lassen uns das Gezeigte erfahren, erfühlen und darüber nachdenken.

Wir sind auf Initiative des Teams der Frauenklinik Luzern auf die Künstlerin aufmerksam geworden. Die vorliegende Arbeit «Towards A State Of Relax» (2023) ist bei einem Besuch in Luzern, für diesen Ort und diese Ausstellung, entstanden. Im folgenden Gespräch mit der Künstlerin erfahren Sie mehr zu den Fotografien.

Ein kurzes Gespräch zu dieser Arbeit mit Stefanie Pretnar

Gespräch als Audio

«Kunst im Spital» Team: Wieso ist Fotografie das Medium Ihrer Wahl?

Stefanie Pretnar: Vor meinem Studium der Bildenden Kunst habe ich Architektur studiert und dank eines Stipendiums ein Jahr in Warschau verbracht. Dort habe ich herausgefunden, dass ich mir die fremde Stadt durch die Fotografie erschließen kann und dass mir beim Bilder machen eigene Gedanken und Stimmungen bewusst werden. Seitdem hilft mir das Medium der Fotografie beim Notieren, Hinterfragen, Sichtbar machen und Kommunizieren.

Fotografieren bedeutet für mich aber auch, loszugehen, am besten unvorbereitet und die Ungewissheit zu genießen.

Sie zeigen uns nun eine Serie von Bildern aus Luzern und Umgebung. Gibt es Aspekte von dem, was Sie bei diesem Unterwegssein entdeckt haben und uns zeigen möchten, die Sie uns in Worten schildern können? Vielleicht auch gerade für jemanden, der Ihre Arbeitsweise nicht kennt und sich vielleicht ansonsten auch weniger mit Kunst auseinandersetzt.

Als ich mir die Website des Luzerner Kantonsspitals angesehen habe, fiel mir auf, dass man von einigen Räumen eine tolle Aussicht auf die Berge hat. Ein solches Panorama, dachte ich mir, hat wahrscheinlich auf die meisten Menschen eine positive Wirkung. So kam ich auf die Idee, ergänzend zum Blick auf die Alpen, Ansichten des Vierwaldstättersees in das Gebäude der Frauenklinik einzuführen – eine konzeptuelle Herangehensweise, die den Ausstellungsort und seine Bedingungen berücksichtigt.

Ich habe entlang des Seeufers fotografiert und dabei die Technik der Visualisierung aufgegriffen. Visualisierung ist eine Methode aus dem Bereich des Mentaltrainings, die helfen kann, den Geist zu beruhigen und Stress abzubauen. Man stellt sich positive Bilder oder Orte vor, die einen entspannen und glücklich machen.

Die Fotografien, die ich für das Spital ausgewählt habe, sind offen in ihrer Bedeutung und laden dazu ein, eigenen Gedanken nachzugehen. Wiederkehrende Objekte wie Seile, Ösen und Ketten sowie Dinge, die auf dem Wasser treiben, lassen an Bindungen denken, die man eingehen oder lösen kann.

Die Fotografien entstehen aus dem Moment heraus, Sie sind unterwegs und sammeln Bilder. Und Sie kehren mit einer Speicherkarte voller Bilder zurück. Können Sie uns etwas zum Prozess sagen, wie es zur Auswahl der Bilder kommt, die wir nun sehen können?

Bei der Auswahl war mir wichtig, dass trotz der Hängung der Bilder in verschiedenen Räumen, auf mehreren Etagen, eine Zusammengehörigkeit spürbar ist. Die blaugrüne Farbe des Sees erzeugt eine starke, formale Verbindung. Darüber hinaus habe ich darauf geachtet, dass die Bilder Ruhe ausstrahlen, leicht zugänglich sind und dennoch Tiefe haben. Manche Motive erscheinen zeitlos, fast pittoresk – Pflanzenteile, die nach einem starken Regen auf dem Wasser treiben, das Blatt einer Kastanie, Menschen, die am Ufer sitzen. Aber es ist kein romantischer Blick. Man schaut auf eine vom Menschen veränderte, zeitgenössische Landschaft.

Wir haben in der Ausstellungsgestaltung die Anzahl der Bilder verdoppelt. Das einzelne Bild ist also mehr als einmal zu sehen. Allerdings sind es viele verschiedene Räume und kaum jemand wird alle Bilder zu sehen bekommen. Uns war wichtig, dass in jeder kleineren Einheit ein Gesamteindruck der ganzen künstlerischen Arbeit entsteht. Dass man also auch auf kleinem Raum eine Einsicht in die Gesamtidee erhält.

Unser Eindruck ist, auch mit dem Zusammenkommen mehrerer Bilder, dass Ihre Bildsprache etwas poetisches aufweist. Außerdem spricht aus den Bildern eine große Sorgfalt und sie weisen etwas Fragiles auf. Wir freuen uns sehr, dass wir diese Ausstellung – zusammen mit Ihnen – realisieren konnten.

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Bild: «Towards A State Of Relax» (2023) | Stefanie Pretnar

Stefanie Pretnar, LUKS, Kantonsspital Luzern, «Towards A State Of Relax», Frauenklinik Luzern

Stefanie Pretnar, LUKS, Kantonsspital Luzern, «Towards A State Of Relax», Frauenklinik Luzern

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Stefanie Pretnar, LUKS, Kantonsspital Luzern, «Towards A State Of Relax», Frauenklinik Luzern

Stefanie Pretnar, LUKS, Kantonsspital Luzern, «Towards A State Of Relax», Frauenklinik Luzern

Stefanie Pretnar, LUKS, Kantonsspital Luzern, «Towards A State Of Relax», Frauenklinik Luzern

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Stefanie Pretnar, LUKS, Kantonsspital Luzern, «Towards A State Of Relax», Frauenklinik Luzern