Wechselausstellung

Vernissage Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger
31. Dezember 2018 ab 16 Uhr

Charles Moser
28. August bis 27. November 2018

Bei der Konzeption seiner aktuellen Ausstellung im Kunsthaus Sursee schlenderte Künstler Charles Moser durch die Otto’s-Filiale und entwickelte aus dem dortigen Warenangebot heraus eine Arbeit, die gesellschaftliche Fragen wie das Konsumverhalten ebenso zum Thema macht wie Rassismus.
Mit im Verkaufsladen feilgebotenen Produkten erzählt Charles Moser Geschichten, indem er die vorgefundenen Artefakte in einen neuen Kontext stellt. So stiess er mitunter auf einen fast einen Meter grossen Gorilla aus Kunststoff, den er sogleich in die Ausstellung integrierte. «Von vielen bedrohten Tierarten werden heute künstliche Duplikate angefertigt, an denen sich der Mensch erfreuen soll. Gleichzeitig ist es der Mensch, der dafür verantwortlich ist, dass solche Geschöpfe am Verschwinden sind», erklärt Moser. So ist der dem Warendschungel entrissene Gorilla denn auch im Ausstellungsraum nicht frei: Auf allen vier Seiten des Raumes sind Gitterstäbe angebracht, dahinter die vermeintliche Freiheit in Form von mit Dschungeldickicht bedruckten Duvets.
Dem Kunststoff-Gorilla hat Moser eine Wasserwaage in die Hand gelegt – ein Zeichen für die Intelligenz dieses aus Afrika stammenden Lebewesens. Doch an den Wänden angebrachte Tafeln mit Aussagen verschiedener Persönlichkeiten – von Franz Kafka bis hin zu Donald Trump – führen den Betrachter immer näher an einen kulturellen Diskurs, der auch Rassismus zum Thema macht. Anhand dieser Eindrücke kommt der Betrachter letztlich nicht drum herum, das Verhältnis der westlichen Welt zum afrikanischen Kontinent und seinen Bewohnern zu hinterfragen.

Charles Moser ist 1953 in Bern geboren und lebt heute in Menziken (AG). 1969 studierte er Bildende Kunst an der Kunstgewerbeschule Luzern, wo seine Lehrer Godi Hoffmann und Anton Egloff waren. Nach seinem Studium realisierte er zahlreiche Kunst-am-Bau-Projekte und Ausstellungen im In- und Ausland. Zusammen mit Heinz Frutiger gründete er 1980 de Firma «Video ONE» in Aarau. Von 1982 an war Moser Dozent an der Hochschule Luzern Design & Kunst, und von 2006 bis 2016 leitete er dort den Studiengang Kunst & Vermittlung. In seiner künstlerischen Laufbahn war er ausserdem in Jurys, Forschungsprojekten und diversen kuratorischen Ausstellungsprojekten im In- und Ausland vertreten. Er arbeitet in den Disziplinen Fotografie, Objekt/Installation, Zeichnung, Malerei, Video und Kunst im öffentlichen Raum.

Öffnungszeiten

Mo – Mi 08.00 – 18.30 Uhr
Do – Fr 08.00 – 20.00 Uhr
Sa 08.00 – 16.00 Uhr

Eintritt
Erwachsene CHF 1.00
Kinder CHF 0.20

kklb@wetz.ch I www.kunsthaus-sursee.ch

Die nächsten Wechselausstellungen bestreiten:
Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger, Urs Heinrich, Silas Kreienbühl und Kathrin Rölli. Neuste Infos zum Kunsthaus Sursee finden Sie laufend auf unseren Webseiten.

Verantwortlich für die Wechselausstellungen in der KKLB-Filiale Kunsthaus Sursee ist die Künstlerin und Wetz-Chefassistentin Kathrin Rölli. Marlene Jost, die Co-Chef-Assistentin von Wetz, steht ihr zur Seite. Vor Ort sind die Otto’s-Filialleiterin und Kunsthaus-Sursee-Direktorin Jeannette Woodtli und die Otto’s-Angestellte und Kunsthaus-Vize-Direktorin Dafina Pepaj für die neue Kulturstätte verantwortlich. Das über zehn Jahre geplante neue Kunsthaus ist ein guter Grund mehr der attraktiven Kleinstadt Sursee immer mal wieder einen Besuch abzustatten.

Vergangene Ausstellungen

Wetz
17. April bis 7. August 2018

Wetz-Ausstellung im Kunsthaus Sursee
Die erste Wechselausstellung im Kunsthaus Sursee, für die Wetz himself verantwortlich zeichnete, machte sich schon beim Durchstreifen des Ladens bemerkbar. Überall an den Säulen in der Surseer Otto’s Filiale hingen weisse Texte mit Merksätzen, die zu einem inspirierteren Leben motivieren. Drinnen im Wechselausstellungsbereich vom Kunsthaus Sursee konzentrierte sich Wetz auf drei Werke: «Bilanz» war eine bittere Feststellung mit einer lebensfrohen Konsequenz. Die Videoarbeit plädierte für mehr «Unordnung und laisser-faire» im durchgetakteten Alltag. Das dritte Werk im weissen Raum materialisierte die Videoarbeit: Ein Theken-Objekt mit einer ordentlichen «Wetz-Unordnung» konnte da gekauft werden.
Die Kuppel im Wechselausstellungs-Bereich vom Kunsthaus Sursee hatte Wetz blau gestrichen und mehrschichtig materialisiert. Mit dem güldenen Krimskrams und den Wetz-Schafen, die er hier nicht naturnah aber glückselig weiden liess, hob die Ausstellung erst richtig ab. «Eine Herde weisser Schafe ist mein Königreich, und die kleine Hütte mein Palast», hatten die Besucher bei der Eröffnung zusammen gesungen. Dort wurde endgültig klar, was damit gemeint war.